Zeichnungen

Aidan Baker (Nadja) und N (Denovali Records)

Konzert & Vernissage am 16.03. im (((unterholz)))

Beginn 19 Uhr

ColourStudy-Blue2 Die passen zusammen: die Musiker Hellmut Neidhardt, bekannter als nur N, und Aidan Baker. Wir meinen jetzt nicht nur: immer rein mit denen, in diese Drone / Experimental / Ambient-(Un)sparte, die den beiden viel zu eng und klapprig vage ist, sondern beide sind auch – versucht mal auf discogs deren Veröffentlichungskataloge nachzuvollziehen! – von ihrer Musik nachweisbar völlig Getriebene. Und darin erschöpft sich das ja nicht.

Aidan Baker blickt zudem auf eine ganze Reihe Buchveröffentlichungen zurück – auch beim Leipziger Verlag AVerse Publishing – sondern setzt seine Eingebungen auch grafisch um. „Colourtones“ – eine Reihe von Arbeiten, die wir anlässlich des Konzertes von N und Aidan Baker am 16. März 2016 erstmalig, und für die kommenden Wochen im (((unterholz))) zeigen, ist dabei – und das trotz der Erfahrung, dass sich Baker mit jedem Projekt neu erfinden kann – ein erstaunlich lebhaftes Spiel in vor allem freundlich warmen Sphären des Spektrums.

https://aidanbaker.bandcamp.com/

Konzertabend mti Sangre de Muerdago & Quellenthal

Konzert_2015-10-27Sangre de Muerdago hat es wohl so gut bei uns gefallen (Video vom 07.11.2014), dass sie auch die diesjährige Europatour hier beschließen möchten. Haben wir gesagt: gerne.

Konzertabend
Sangre de Muerdago
&
Quellenthal
Dienstag, 27. Oktober 2015,
ab 20 Uhr im (((unterholz)))

Das neue Album „O Camiño das Mans Valeiras“ ist aber auch wirklich atemberaubend schön – und das Vinyl-Album dazu so aufwendig gestaltet, dass es ein Erlebnis ist, es in die Hände zu nehmen. Unsere Freunde von sickmangettingsick.records haben, wenn wir das jetzt richtig gesehen haben (und unseren Augen kaum trauen mochten), tatsächlich noch ein paar Exemplare in dunkel marmoriertem Wax im Onlineshop.

Also, den 27.10. vormerken – Quellenthal aus Leipzig treten ebenfalls mit auf, und an den Wänden hängen letztmalig noch die auf außergwöhnlichste Papiersorten gezogenen Werke von Wolfsbane and Asphodels (Sophia M.A. Eisenhut) aus ihrem Tarot-Zyklus.

Ein Interview mit Sophia M.A. Eisenhut

Was hat Dich gedrängt, ein Set Tarotkarten zu gestalten?

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© Alte Eule Photography/ Sarah Storch

Mein künstlerisches Interesse galt schon immer Allegorien und die des Tarot haben mich schon länger sehr fasziniert, sodass ich begann, mich mit der Entwicklungsgeschichte der einzelnen Kartenmotive zu beschäftigen. Daran, wie weit die Idee, ein eigenes Deck zu illustrieren, tatsächlich zurückreicht, kann ich mich nicht erinnern, so lange trug ich sie mit mir herum. Trotzdem war das Erstellen des Sets eher in künstlerischer als in spiritueller Hinsicht sinnstiftend für mich, weil ich es als gutes Modell empfand, um eine eigene Tierikonographie zu erstellen und ein bildinhaltliches System zu festigen, das sich auch in anderen Zeichnungen von mir widerspiegelt.

Wie hast Du Dich der Gestaltung genähert? Welche formellen Zwänge und Traditionen gab es bei der Gestaltung zu berücksichtigen? Und wo siehst Du Dein Set selbst unter den Tarotkarten – was macht es besonders?

Bald stand für mich fest, dass ich mich in der Gestaltung auf die 22 Karten des großen Arkana beschränken möchte, die Bezeichnungen der Karten habe ich aus dem Marseiller Tarot übernommen, weil mir dieses Blatt nach eingehender Recherche gemessen an seiner Vollständigkeit am ursprünglichsten vorkam. Gleichzeitig erschien es mir reizvoll, etwa die alchimistischen Zuordnungen als zusätzliche Ebene zu berücksichtigen, wie sie besonders durch den Order of the Golden Dawn Eingang in das Tarot fanden. Schließlich war es durch meine christlich geprägte Sicht auch unumgänglich, Zusammenhänge zur Ikonographie des Christentums, wie etwa im Physiologus geschildert, zu übernehmen. Hinzu kamen außerdem intuitive persönliche Assoziationen und ironische Verweise, die manchmal unter den Karten aufblitzen. Diese Vielzahl an Quellen und Einflüssen, diese unorthodoxe Herangehensweise sind es, was einem allzu traditionellen Okkultisten die Karten suspekt erscheinen lassen mögen, und doch sind es gleichzeitig die Aspekte, die das Deck in meinen Augen auszeichnet.

In Deinen Arbeiten, nicht nur in diesem Set Tarotkarten, begegnet man häufig Tieren, mal verletzt oder tot, mal sehr lebendig und mal etwas fabelhaft vermenschlicht, mal wie Ikonen aufgezogen – vor allem jedoch vielen Tieren. Woher rührt dieses Thema?

Tarot KartenMein künstlerisches Interesse am Tier ist vor allem ein Interesse an der vollkommenen Unschuld was sich wiederum auf prägende Erlebnisse meiner Kindheit gründet. Dazu zählen meine katholische Erziehung, die Intensität des kindlichen Glaubens, der Fuchs, der in einem Märchenfilm vom Prinzen erschossen wurde, der Anblick von Christus am Kreuz, die eigene Traurigkeit an Karfreitagen, Mantegnas heiliger Sebastian, der mir schon damals erotisch vorkam. Mit fünfzehn fand ich einen toten Fuchs auf der Straße und sah das Motiv des Erlösertodes in ihm verwirklicht, das war sicher der entscheidendste Schlüsselmoment für mein Schaffen. Später wiederholte sich das Erlebnis mit meiner Katze, ich erinnere mich an das Gefühl ihres steifen Körpers. Ich kann die Frage nicht anders beantworten als anhand dieser Erlebnisse. In ihnen empfand ich vollkommene Nähe zu den Tieren und zu mir selbst, dabei denke ich an Nietzsche, als er dem Pferd in Turin um den Hals fiel, während er ihm „mein Bruder!“ zurief, kurz vor seiner geistigen Umnachtung. Die Konfrontation mit dem Leiden und das Mit-Leiden, der Wille zur Selbstaufgabe, der darin liegt, ist der einzige Aspekt, in dem ich mich jetzt noch als spirituell bezeichnen würde. Es ist seit meiner Kindheit dasselbe Gefühl geblieben, und ich erlebe diese Momente nicht nur in religiösen Darstellungen, sondern eben auch im Anblick von Tieren.

Hast Du andere Leidenschaften, die Dich ähnlich treiben wie Deine Zeichnungen? Gibt es Momente, in denen diese Passionen zusammenkommen, sich etwa in Deinen Werken reflektieren?

Ich sehe die Sprache als ein weiteres geeignetes Mittel, mich auszudrücken, und ich denke, in meiner Prosa lassen sich die Motive meiner Zeichnungen ebenfalls gut nachweisen. Die Photographie, bei der ich mit der Beschädigung von Filmen experimentiere, betrachte ich eher als eine Ergänzung zur Graphik. So widme ich mich im Moment einer photographischen Serie von Marienaltären, die meine Zeichnungen zur „weiblichen Hysterie“ als männliches Konstrukt widerspiegeln sollen. Dafür habe ich die Farbfilme in Urin und Menstruationsblut eingelegt; bei diesem Thema geht es um die Rolle Marias im Zwiespalt zwischen Fruchtbarkeitsgöttin und jungfräulichem Ideal, als Magd Gottes und als duldsame Dolorosa, also um die Passion der Frau selbst.

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Sonderedition „Amöbe“ und „Schuldmaschine“ von Steffen Schmolke

boxsetschuldmachine2_web1 Der Künstler Steffen Schmolke hat für (((unterholz))) exklusiv eine Sonderedition seiner Reihen „Amöbe“ und „Schuldmaschine“ angefertigt. Diese Boxsets erhalten die unlängst beim Leipziger a.verse Verlag erschienen beiden gleichnamigen Bücher und jeweils ein Motiv aus einer der Reihen auf einen edlen, hellen Holzblock ausbelichtet. Die Ausbelichtungen sind auf 50 Stück pro Motiv limitiert, können auch einzeln für 32,00 Euro erworben werden. Der Preis des exklusiven Boxsets beträgt 42,00 Euro.
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a.verse publishing & (((unterholz))) präsentieren: Steffen Schmolke

Buch-Release & Ausstellungseröffnung am 14.03.2015 / Finissage am 10.03.

cover_amöbe_klein cover_schuldmaschieneZwei neue Bücher. Und 46 (sechsundvierzig) kleinformatige Arbeiten des Künstlers, Arbeiten in Öl, Schabkarton, Mischtechniken, klassische Feder-Zeichnungen und Heißdrucke auf Birkenholz.

Samstag, 14. März 2015,
19:30 Uhr
Steffen Schmolke
Buch-Release
„Amoebe“ & „Schuldmaschine“
Ausstellungseröffnung
„1-3-6-12-24 oder der Mythos Technik“

Freitag, 10. April 2015,
19:00 Uhr
-Finissage-
Steffen Schmolke

 

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Landleben – Bilder von Wolfgang Sangmeister

Country LifeMit der kleinen “Werkschau” bietet sich die seltene Gelegenheit, in der sehr eigene Bilder-Welt von Wolfgang Sangmeister abzutauchen. Hier trifft sich ein munteres Völkchen zum dionysischen Stelldichein, moderne Mythen direkt aus der Pinkelzone der Kultur: Lebensfrohe Dämonen, gestrandete Astronauten, pralle Flintenweiber, berühmte Filmmonster – und jede Menge Schädel. In Tusche, in Kohle, in Acryl – in alle Ewigkeit.

Zur Vernissage am Samstag den 06. September 2014 ab 19.00 Uhr laden wir herzlich ein.

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Wolfgang Sangmeister lebt und arbeitet in Hamburg, in direkter Nähe zum Hafen, seit über zwei Jahrzehnten. Seinen bürgerlichen Namen hat er aus Gründen der Popularität abgelegt. Er bleibt lieber unerkannt. Am Ende des Tages fühlt sich der überzeugte Loner nichts und niemanden verbunden. Keiner Schule, keiner Bewegung, keiner Gemeinschaft. So ist er, der Wolf. Malt lieber ein Logo für den Puff als sich für ein Fitzel Fame zu prostituieren. Statt Kuuunst liefert er KNST, capital.
“Kunst für Leute, die keinen Kunstverstand vortäuschen müssen.” (Low Art-Magazine, 2006)

Es wäre töricht, ihm mit Urban Art und dem ganzen neumodischen Scheiss kommen zu wollen, “denn der Wolf, der hat Zähne …” (Grimm, 2010). Sangmeisters Ausstellungspraxis bringt die Kunst nur metaphorisch auf die Strasse – seine Bilder hängen in den dunkleren Winkeln der Stadt, selten in Galerien, häufiger an wundersameren Orten, neben Trinkern oder Schrumpfköpfen – oder zwischen wettergegerbtem Unterholz. Ab ß6.September ebendort, die kleine Werkschau von Wolfgang Sangmeister.

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