Ausstellung

Hans-Jörg Stiehler „Dark Matter“

"The End" - Foto: Konstanze Goebel

„The End“ – Foto: Konstanze Goebel

Dort, wo das Licht ganz und gar verschlungen wird, sind alle Formen möglich. Dort, wo alles, was Ihr zu wissen glaubt, im selben bodenlosen Sog verschwindet, ist es eine willkommene Disziplin, den konturlosen Raum mit Phantastereien zu erobern. Der romantische Drang – gleichzeitig leidenschaftliche Poesie und harter Wille zur Gestaltung. Hans -Jörg Stiehler ist ein solcher Entdecker, solch ein Eroberer, so ein Künstler – Autodidakt und Amateur seit den 80er Jahren. Stiehler hat sich einen Strang aus eigenwilligen Ideen, verschrobenen Techniken und ja, beinahe ganz alltäglichem Material in die Ungewissheit, diese Dunkle Materie, geflochten – der Künstler fühlt und führt, entlang einer in zerbrochenem Glas, schroffem Basalt, Asche und pittoresk korrodierten Metallen entstandenen Vision eines ganz eigenen Universums.

Es könnten schroff unirdische Landschaften sein, die sich aus dem schwarzen Abgrund zu erheben beginnen, Galaxien, im Licht sterbender Sonnen, oder abstrakter: ein Skript, das noch kaum jemand lesen und verstehen kann, Schemen, die aber vielleicht auf universelle geometrischen Gesetze deuten, und so das, was gerade noch undurchdringlich dunkel war, tatsächlich im Hier und Jetzt begreiflich machen …

Die Vernissage beginnt am 06. April 2017, um 19.00 Uhr, im (((unterholz))), Arthur-Hoffmann-Straße 47

Stefkovic van Interesse & Maxi Schramm „Im Unterholz“

flyer_fertig_screenshotDer Leipziger Drone-Krauter Stefkovic van Interesse und die in Wien lebende Künstlerin Maxi Schramm haben sich für ihre gemeinsame Performance auf einen fast schon etwas zu naheliegenden Titel verständigt. Aber mitnichten ist dies nur eine Referenz auf den Ort, an dem dieser Event durchgezogen wird, das (((unterholz))), das dann – am 19.12. – etwas älter als zwei Jahre sein wird.

Samstag, 19.12., 20 Uhr
„IM UNTERHOLZ“
Stefkovic van Interesse
Konzert
Maxi Schramms
Vernissage

Maxi Schramms Arbeiten sind Grafiken und Installationen, die je näher man sich an diese wagt, seine Blicke unter die Oberfläche dringen lässt, immer neue Ebenen eröffnen werden, in denen sich der Geist verlieren und dann die Fleischhülle etwas dumm herumstehend zurücklassen kann – ein nicht ganz ungefährlicher Zauber, der an diesem Abend zudem noch verdichtet wird, durch die düster wuchernden Sounds, die Stefkovic van Interesse aus Aufnahmen herausgeschält hat, manipuliert hat, die vor vielen Monaten bei uns im (((unterholz))) aufgenommen worden sind: verflossenen Jahrzehnten nachjammernde Kupferscharniere alter Schränke, das hartnäckige Schleifen von Schubladen, der Klang, der sonst vom dunklen Holz gefressen wird, nachdem die Türen zugeschlagen sind. Der Musiker ist diesen Sounds nachgegangen, hat seine Mikrofone in die Dunkelheit getaucht, und präsentiert nun an diesem Abend, erstmalig, was ihm die alten Möbel in exotischen Sprachen eingeflüstert haben.

Eine Hörprobe

Eintritt ist frei

Ein Interview mit Sophia M.A. Eisenhut

Was hat Dich gedrängt, ein Set Tarotkarten zu gestalten?

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© Alte Eule Photography/ Sarah Storch

Mein künstlerisches Interesse galt schon immer Allegorien und die des Tarot haben mich schon länger sehr fasziniert, sodass ich begann, mich mit der Entwicklungsgeschichte der einzelnen Kartenmotive zu beschäftigen. Daran, wie weit die Idee, ein eigenes Deck zu illustrieren, tatsächlich zurückreicht, kann ich mich nicht erinnern, so lange trug ich sie mit mir herum. Trotzdem war das Erstellen des Sets eher in künstlerischer als in spiritueller Hinsicht sinnstiftend für mich, weil ich es als gutes Modell empfand, um eine eigene Tierikonographie zu erstellen und ein bildinhaltliches System zu festigen, das sich auch in anderen Zeichnungen von mir widerspiegelt.

Wie hast Du Dich der Gestaltung genähert? Welche formellen Zwänge und Traditionen gab es bei der Gestaltung zu berücksichtigen? Und wo siehst Du Dein Set selbst unter den Tarotkarten – was macht es besonders?

Bald stand für mich fest, dass ich mich in der Gestaltung auf die 22 Karten des großen Arkana beschränken möchte, die Bezeichnungen der Karten habe ich aus dem Marseiller Tarot übernommen, weil mir dieses Blatt nach eingehender Recherche gemessen an seiner Vollständigkeit am ursprünglichsten vorkam. Gleichzeitig erschien es mir reizvoll, etwa die alchimistischen Zuordnungen als zusätzliche Ebene zu berücksichtigen, wie sie besonders durch den Order of the Golden Dawn Eingang in das Tarot fanden. Schließlich war es durch meine christlich geprägte Sicht auch unumgänglich, Zusammenhänge zur Ikonographie des Christentums, wie etwa im Physiologus geschildert, zu übernehmen. Hinzu kamen außerdem intuitive persönliche Assoziationen und ironische Verweise, die manchmal unter den Karten aufblitzen. Diese Vielzahl an Quellen und Einflüssen, diese unorthodoxe Herangehensweise sind es, was einem allzu traditionellen Okkultisten die Karten suspekt erscheinen lassen mögen, und doch sind es gleichzeitig die Aspekte, die das Deck in meinen Augen auszeichnet.

In Deinen Arbeiten, nicht nur in diesem Set Tarotkarten, begegnet man häufig Tieren, mal verletzt oder tot, mal sehr lebendig und mal etwas fabelhaft vermenschlicht, mal wie Ikonen aufgezogen – vor allem jedoch vielen Tieren. Woher rührt dieses Thema?

Tarot KartenMein künstlerisches Interesse am Tier ist vor allem ein Interesse an der vollkommenen Unschuld was sich wiederum auf prägende Erlebnisse meiner Kindheit gründet. Dazu zählen meine katholische Erziehung, die Intensität des kindlichen Glaubens, der Fuchs, der in einem Märchenfilm vom Prinzen erschossen wurde, der Anblick von Christus am Kreuz, die eigene Traurigkeit an Karfreitagen, Mantegnas heiliger Sebastian, der mir schon damals erotisch vorkam. Mit fünfzehn fand ich einen toten Fuchs auf der Straße und sah das Motiv des Erlösertodes in ihm verwirklicht, das war sicher der entscheidendste Schlüsselmoment für mein Schaffen. Später wiederholte sich das Erlebnis mit meiner Katze, ich erinnere mich an das Gefühl ihres steifen Körpers. Ich kann die Frage nicht anders beantworten als anhand dieser Erlebnisse. In ihnen empfand ich vollkommene Nähe zu den Tieren und zu mir selbst, dabei denke ich an Nietzsche, als er dem Pferd in Turin um den Hals fiel, während er ihm „mein Bruder!“ zurief, kurz vor seiner geistigen Umnachtung. Die Konfrontation mit dem Leiden und das Mit-Leiden, der Wille zur Selbstaufgabe, der darin liegt, ist der einzige Aspekt, in dem ich mich jetzt noch als spirituell bezeichnen würde. Es ist seit meiner Kindheit dasselbe Gefühl geblieben, und ich erlebe diese Momente nicht nur in religiösen Darstellungen, sondern eben auch im Anblick von Tieren.

Hast Du andere Leidenschaften, die Dich ähnlich treiben wie Deine Zeichnungen? Gibt es Momente, in denen diese Passionen zusammenkommen, sich etwa in Deinen Werken reflektieren?

Ich sehe die Sprache als ein weiteres geeignetes Mittel, mich auszudrücken, und ich denke, in meiner Prosa lassen sich die Motive meiner Zeichnungen ebenfalls gut nachweisen. Die Photographie, bei der ich mit der Beschädigung von Filmen experimentiere, betrachte ich eher als eine Ergänzung zur Graphik. So widme ich mich im Moment einer photographischen Serie von Marienaltären, die meine Zeichnungen zur „weiblichen Hysterie“ als männliches Konstrukt widerspiegeln sollen. Dafür habe ich die Farbfilme in Urin und Menstruationsblut eingelegt; bei diesem Thema geht es um die Rolle Marias im Zwiespalt zwischen Fruchtbarkeitsgöttin und jungfräulichem Ideal, als Magd Gottes und als duldsame Dolorosa, also um die Passion der Frau selbst.

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Sonderedition „Amöbe“ und „Schuldmaschine“ von Steffen Schmolke

boxsetschuldmachine2_web1 Der Künstler Steffen Schmolke hat für (((unterholz))) exklusiv eine Sonderedition seiner Reihen „Amöbe“ und „Schuldmaschine“ angefertigt. Diese Boxsets erhalten die unlängst beim Leipziger a.verse Verlag erschienen beiden gleichnamigen Bücher und jeweils ein Motiv aus einer der Reihen auf einen edlen, hellen Holzblock ausbelichtet. Die Ausbelichtungen sind auf 50 Stück pro Motiv limitiert, können auch einzeln für 32,00 Euro erworben werden. Der Preis des exklusiven Boxsets beträgt 42,00 Euro.
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CHINA höchstpersönlich – Privatportraits 1950 bis 1980

chinacover2-web1(((unterholz))) und der Leipziger Verlag a.verse publishing laden am Sonntag, 12.04.2015, um 16.00 Uhr zu einer ganz besonderen, sowohl fotografiehistorischen als auch ganz persönlichen Ausstellung ins (((unterholz))), Arthur-Hoffmann-Straße 47, 04107 Leipzig

Vernissage und Buchvorstellung

„CHINA höchstpersönlich“ zeigt über mehrere Jahre gesammelte chinesische Privatfotos, vor allem der 60er und 70er Jahre. Die Fotografien für die Ausstellungen sind von restaurierten Negativen neu abgezogen und können so großflächig und detailgenau präsentiert werden. Anlässlich der Vernissage, an diesem Sonntag Nachmittag, wird auch der am folgenden Montag im Leipziger a.verse Verlag erscheinende, aufwendig gestaltete Bildband vorgestellt.

Postkarte_S1_A6_+2mm_webEs sind Fotos, in denen der Mensch im Mittelpunkt steht, die jedes für sich und jedes aufs Neue mit ihrer Intimität und Qualität überraschen, vor allem jedoch helfen, die Distanz zu schließen, zu diesem Land, zu dieser Zeit, in ihrer hinreißend portraitierten Menschlichkeit. Es sind Fotos, die so deutlich von Freundschaft erzählen, vom Pakt junger Männer, vom zarten, liebevollen Band der Generationen und von romantischer Liebe, dass man China weder bereits gut kennen noch seine Gedanken tief in diese Fotos versenken muss, um ihre Bedeutung zu verstehen.

a.verse publishing & (((unterholz))) präsentieren: Steffen Schmolke

Buch-Release & Ausstellungseröffnung am 14.03.2015 / Finissage am 10.03.

cover_amöbe_klein cover_schuldmaschieneZwei neue Bücher. Und 46 (sechsundvierzig) kleinformatige Arbeiten des Künstlers, Arbeiten in Öl, Schabkarton, Mischtechniken, klassische Feder-Zeichnungen und Heißdrucke auf Birkenholz.

Samstag, 14. März 2015,
19:30 Uhr
Steffen Schmolke
Buch-Release
„Amoebe“ & „Schuldmaschine“
Ausstellungseröffnung
„1-3-6-12-24 oder der Mythos Technik“

Freitag, 10. April 2015,
19:00 Uhr
-Finissage-
Steffen Schmolke

 

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Konzert + Lesung + Vernissage

Sangre de Muerdago (ES-GA) + Aerial Ruin (US) + Ulrike Serowy (DE)
+ Christoph Voy (DE) Vernissage „White Lies Fever“

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((unterholz))) ist noch nicht mal ein Jahr, feiert am 07.11. aber bereits so etwas wie einen vorzeitigen Geburtstag – könnte man meinen, denn was an diesem Abend in unserem kleinen Laden passiert, ist schon beinahe eine wahnwitzig große Nummer. Ab 21 Uhr spielen die Bands Sangre de Muerdago und Aerial Ruin. Auf den dunkelverwunschen Folk dieser Musiker aus Spanien und den USA stimmen nicht nur heftige Weihrauchschwaden ein, sondern auch die Kölner Schriftstellerin Ulrike Serowy mit einer Lesung aus ihrer Novelle „Skogtatt“. Der Berliner Fotograf Christoph Voy hat sich für seine neue, ab 19 Uhr hier, an diesem Tag, erstmalig ausgestellte Show „White Lies Fever“ noch tiefer in die Nacht gewagt, als man es aus seinen Arbeiten bereits kennt. So tief wohl, dass die Nacht ihn nun bemerkt hat – und zurückzustarren beginnt: durch seine Kamera, auf ihn … auf dich! Und ihre dunkle Essenz nagt sich durch deine Augäpfel in deinen Verstand.

Freitag, 07. November 2014,
ab 19 Uhr Vernissage,
ab 21 Uhr Konzerte + Lesung

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Landleben – Bilder von Wolfgang Sangmeister

Country LifeMit der kleinen “Werkschau” bietet sich die seltene Gelegenheit, in der sehr eigene Bilder-Welt von Wolfgang Sangmeister abzutauchen. Hier trifft sich ein munteres Völkchen zum dionysischen Stelldichein, moderne Mythen direkt aus der Pinkelzone der Kultur: Lebensfrohe Dämonen, gestrandete Astronauten, pralle Flintenweiber, berühmte Filmmonster – und jede Menge Schädel. In Tusche, in Kohle, in Acryl – in alle Ewigkeit.

Zur Vernissage am Samstag den 06. September 2014 ab 19.00 Uhr laden wir herzlich ein.

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Wolfgang Sangmeister lebt und arbeitet in Hamburg, in direkter Nähe zum Hafen, seit über zwei Jahrzehnten. Seinen bürgerlichen Namen hat er aus Gründen der Popularität abgelegt. Er bleibt lieber unerkannt. Am Ende des Tages fühlt sich der überzeugte Loner nichts und niemanden verbunden. Keiner Schule, keiner Bewegung, keiner Gemeinschaft. So ist er, der Wolf. Malt lieber ein Logo für den Puff als sich für ein Fitzel Fame zu prostituieren. Statt Kuuunst liefert er KNST, capital.
“Kunst für Leute, die keinen Kunstverstand vortäuschen müssen.” (Low Art-Magazine, 2006)

Es wäre töricht, ihm mit Urban Art und dem ganzen neumodischen Scheiss kommen zu wollen, “denn der Wolf, der hat Zähne …” (Grimm, 2010). Sangmeisters Ausstellungspraxis bringt die Kunst nur metaphorisch auf die Strasse – seine Bilder hängen in den dunkleren Winkeln der Stadt, selten in Galerien, häufiger an wundersameren Orten, neben Trinkern oder Schrumpfköpfen – oder zwischen wettergegerbtem Unterholz. Ab ß6.September ebendort, die kleine Werkschau von Wolfgang Sangmeister.

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South of the River – Ausstellung ab 18.01.2014

2014-01-18_Ausstellung2Die erste Ausstellung 2014 – ab Samstag, den 18. Januar, 16.00 Uhr – veranstaltet zusammen mit AVerse Publishing anlässlich der Veröffentlichung einer gleichnamigen, sehr aufwändig gestalteten und sehr knapp limitierten Bilderbox. Gezeigt werden gespensterhafte Fotos aus Südchina: aus spinnennetzverhangenen Schreinen, von verblassenden Ikonen auf taifungegerbten Fassaden, von Geisterabwehr, von religiösen Praktiken bei schummrigem Lichte. Die Ausststellung zeigt weitere Motive, die nicht in der Box enthalten sein werden. Hintergrundinformationen zu den gezeigten Szenen werden nur während der Ausstellung, nicht in der Publikation, gegeben – mündlich.