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Hans-Jörg Stiehler „Dark Matter“

"The End" - Foto: Konstanze Goebel

„The End“ – Foto: Konstanze Goebel

Dort, wo das Licht ganz und gar verschlungen wird, sind alle Formen möglich. Dort, wo alles, was Ihr zu wissen glaubt, im selben bodenlosen Sog verschwindet, ist es eine willkommene Disziplin, den konturlosen Raum mit Phantastereien zu erobern. Der romantische Drang – gleichzeitig leidenschaftliche Poesie und harter Wille zur Gestaltung. Hans -Jörg Stiehler ist ein solcher Entdecker, solch ein Eroberer, so ein Künstler – Autodidakt und Amateur seit den 80er Jahren. Stiehler hat sich einen Strang aus eigenwilligen Ideen, verschrobenen Techniken und ja, beinahe ganz alltäglichem Material in die Ungewissheit, diese Dunkle Materie, geflochten – der Künstler fühlt und führt, entlang einer in zerbrochenem Glas, schroffem Basalt, Asche und pittoresk korrodierten Metallen entstandenen Vision eines ganz eigenen Universums.

Es könnten schroff unirdische Landschaften sein, die sich aus dem schwarzen Abgrund zu erheben beginnen, Galaxien, im Licht sterbender Sonnen, oder abstrakter: ein Skript, das noch kaum jemand lesen und verstehen kann, Schemen, die aber vielleicht auf universelle geometrischen Gesetze deuten, und so das, was gerade noch undurchdringlich dunkel war, tatsächlich im Hier und Jetzt begreiflich machen …

Die Vernissage beginnt am 06. April 2017, um 19.00 Uhr, im (((unterholz))), Arthur-Hoffmann-Straße 47

Bells‘ Echo II w/ Warm Graves, WIRUS & Dōmu

bells_echo(((unterholz))) präsentiert

Auch in diesem Jahr planen wir bei uns wieder ein paar feine Konzertabende. Aber der Chor und das ganze Ensemble, die für die Neuauflage des sensationellen Bells‘ Echo II w/ Warm Graves, WIRUS & Dōmu zusammenkommen, das ist dann doch wieder eher ein Event in der Größenordnung, für die Kirchen heuer noch ganz geil taugen … also nicht hier, im (((unterholz))) aber mit feuerundflammigster Unterstützung dieses Jahr in der Paul Gerhardt Kirche in Connewitz.

Freitag, 31. März 2017, 20:00 Uhr
Paul-Gerhardt-Kirche
Leipzig Connewitz, 04277 Leipzig
Tickets • 15€ + VVK-Gebühr via Culton Ticket & TixforGigs
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Konzert FAUN FABLES (USA; Drag City) + B’ee (Leipzig, In Gowan Ring/Birch Book)

Photo Credit: Katherine Copenhaver

Photo Credit: Katherine Copenhaver

am 29.05.2016 (Sonntag), 19 Uhr

Faun Fables haben die Trends kommen und gehen sehen – nee, das klingt doof … das drängt die Band in eine viel zu passive Rolle und stimmt so einfach nicht. Nein, Dawn McCarthy und Nils Frykdahl haben da durchaus mitgestaltet, an ein paar großen Wellen, die auch in den Mainstream gespült wurden. Mit Bonnie ‚Prince‘ Billy etwa hat Dawn sogar häufig zusammengearbeitet, für das gemeinsame Everly Brothers Tribut-Album „What the Brothers Sang“ und auch an dem so wegweisenden „The Letting Go“. Faun Fables sind eine dieser Bands, die immer etwas vorneweg waren … und nebenher, mit dem ganz eigenen kauzig-theatralischen Entwurf von Folk. Selbst für jenen Verwertungstrend zu wild und bockig, der unter den Slogans Freak Folk und Weird Folk oder gar Anti-Folk vor einer Dekade zu pompöser Revue im Popzirkus aufgemotzt wurde – rein und raus; zur Seite weg, bevor die Welle sich aufbäumt und dann unweigerlich niedergeht und bricht. Und so sind Faun Fables in ihrem quirrlig-psychedelischen Naturell auch immer noch absolut gegenwärtig und an diesem Abend nur für euch im (((unterholz))). Einstimmen auf wird dieses Konzert kein Geringerer als B’ee, der zum Release seines aktuellen Albums „The Serpent and the Dove“ mit In Gowan Ring letzten September im UT Connewitz deren eng bestuhlten, großen Saal ganz schön knackig gefüllt hat – keine Frage; es heißt an diesem Abend pünktlich hier einzutreffen. Vorverkauf ist nicht.

Faun Fables
https://www.facebook.com/faunfables?fref=ts
http://www.faunfables.com/about/

In Gowan Ring
https://www.facebook.com/InGowanRing/?fref=ts
http://ingowanring.com/igr/about/
https://ingowanring.bandcamp.com/

Aidan Baker (Nadja) und N (Denovali Records)

Konzert & Vernissage am 16.03. im (((unterholz)))

Beginn 19 Uhr

ColourStudy-Blue2 Die passen zusammen: die Musiker Hellmut Neidhardt, bekannter als nur N, und Aidan Baker. Wir meinen jetzt nicht nur: immer rein mit denen, in diese Drone / Experimental / Ambient-(Un)sparte, die den beiden viel zu eng und klapprig vage ist, sondern beide sind auch – versucht mal auf discogs deren Veröffentlichungskataloge nachzuvollziehen! – von ihrer Musik nachweisbar völlig Getriebene. Und darin erschöpft sich das ja nicht.

Aidan Baker blickt zudem auf eine ganze Reihe Buchveröffentlichungen zurück – auch beim Leipziger Verlag AVerse Publishing – sondern setzt seine Eingebungen auch grafisch um. „Colourtones“ – eine Reihe von Arbeiten, die wir anlässlich des Konzertes von N und Aidan Baker am 16. März 2016 erstmalig, und für die kommenden Wochen im (((unterholz))) zeigen, ist dabei – und das trotz der Erfahrung, dass sich Baker mit jedem Projekt neu erfinden kann – ein erstaunlich lebhaftes Spiel in vor allem freundlich warmen Sphären des Spektrums.

https://aidanbaker.bandcamp.com/

Stefkovic van Interesse & Maxi Schramm „Im Unterholz“

flyer_fertig_screenshotDer Leipziger Drone-Krauter Stefkovic van Interesse und die in Wien lebende Künstlerin Maxi Schramm haben sich für ihre gemeinsame Performance auf einen fast schon etwas zu naheliegenden Titel verständigt. Aber mitnichten ist dies nur eine Referenz auf den Ort, an dem dieser Event durchgezogen wird, das (((unterholz))), das dann – am 19.12. – etwas älter als zwei Jahre sein wird.

Samstag, 19.12., 20 Uhr
„IM UNTERHOLZ“
Stefkovic van Interesse
Konzert
Maxi Schramms
Vernissage

Maxi Schramms Arbeiten sind Grafiken und Installationen, die je näher man sich an diese wagt, seine Blicke unter die Oberfläche dringen lässt, immer neue Ebenen eröffnen werden, in denen sich der Geist verlieren und dann die Fleischhülle etwas dumm herumstehend zurücklassen kann – ein nicht ganz ungefährlicher Zauber, der an diesem Abend zudem noch verdichtet wird, durch die düster wuchernden Sounds, die Stefkovic van Interesse aus Aufnahmen herausgeschält hat, manipuliert hat, die vor vielen Monaten bei uns im (((unterholz))) aufgenommen worden sind: verflossenen Jahrzehnten nachjammernde Kupferscharniere alter Schränke, das hartnäckige Schleifen von Schubladen, der Klang, der sonst vom dunklen Holz gefressen wird, nachdem die Türen zugeschlagen sind. Der Musiker ist diesen Sounds nachgegangen, hat seine Mikrofone in die Dunkelheit getaucht, und präsentiert nun an diesem Abend, erstmalig, was ihm die alten Möbel in exotischen Sprachen eingeflüstert haben.

Eine Hörprobe

Eintritt ist frei

Bells‘ Echo – eine audiovisuelle Messe in der Leipziger Philippuskirche

a2_portrait_1s.inddZusammen mit den Veranstaltern Swansea Constellation und Eine Welt aus Hack präsentiert (((unterholz))) am 05.12.2015 ein Event, das Euch in diesem letzten Monat des Jahres für die langen, rauhen Nächte, die noch folgen werden, mit Vision und Stamina beseelen wird. Diese Messe aus ganz tief, bis in den Eingeweide berührenden Drone Sounds und corneaschleifender Visuals findet nicht in unseren Räumen statt – für das passende Sakralambiente wurde uns die Philippuskirche in Leipzig-Plagwitz geöffnet.

Gemeinsam konzipiert und inszeniert von den Musikern N (denovali records), Stefkovic van Interesse und Alex R. (Warm Graves) und dem Lichtkünstler GenPI (http://genpi.de) ist Bells’Echo viel mehr als nur ein Konzert, viel mehr als die Summe der Auftritte der beteiligten Künstler – wenn Ihr etwa auch dabei seid, wenn Stefkovic van Interesse nur zwei Wochen später sein Set „Im Unterholz“ zusammen mit der Künstlerin Maxi Schramm dann bei uns im Laden ur-aufführen wird, dann wird das nicht nur eine ganz andere Veranstaltung, auch dann noch wird Bells‘ Echo Euch als ein Erlebnis einer ganz anderen Art im Gedächtnis nachhallen

Harte, ordentlichdicke und auf 66 Stück limitierte Collector’s Tickets wird es ab 24.11. im (((unterholz))) zu kaufen geben. Wer nicht so lange warten möchte, der folge den Hinweisen auf der Seite von Eine Welt aus Hack und in der Einladung auf Facebook für den Vorverkauf der Online-Tickets.

Konzertabend mti Sangre de Muerdago & Quellenthal

Konzert_2015-10-27Sangre de Muerdago hat es wohl so gut bei uns gefallen (Video vom 07.11.2014), dass sie auch die diesjährige Europatour hier beschließen möchten. Haben wir gesagt: gerne.

Konzertabend
Sangre de Muerdago
&
Quellenthal
Dienstag, 27. Oktober 2015,
ab 20 Uhr im (((unterholz)))

Das neue Album „O Camiño das Mans Valeiras“ ist aber auch wirklich atemberaubend schön – und das Vinyl-Album dazu so aufwendig gestaltet, dass es ein Erlebnis ist, es in die Hände zu nehmen. Unsere Freunde von sickmangettingsick.records haben, wenn wir das jetzt richtig gesehen haben (und unseren Augen kaum trauen mochten), tatsächlich noch ein paar Exemplare in dunkel marmoriertem Wax im Onlineshop.

Also, den 27.10. vormerken – Quellenthal aus Leipzig treten ebenfalls mit auf, und an den Wänden hängen letztmalig noch die auf außergwöhnlichste Papiersorten gezogenen Werke von Wolfsbane and Asphodels (Sophia M.A. Eisenhut) aus ihrem Tarot-Zyklus.

Ein Interview mit Sophia M.A. Eisenhut

Was hat Dich gedrängt, ein Set Tarotkarten zu gestalten?

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© Alte Eule Photography/ Sarah Storch

Mein künstlerisches Interesse galt schon immer Allegorien und die des Tarot haben mich schon länger sehr fasziniert, sodass ich begann, mich mit der Entwicklungsgeschichte der einzelnen Kartenmotive zu beschäftigen. Daran, wie weit die Idee, ein eigenes Deck zu illustrieren, tatsächlich zurückreicht, kann ich mich nicht erinnern, so lange trug ich sie mit mir herum. Trotzdem war das Erstellen des Sets eher in künstlerischer als in spiritueller Hinsicht sinnstiftend für mich, weil ich es als gutes Modell empfand, um eine eigene Tierikonographie zu erstellen und ein bildinhaltliches System zu festigen, das sich auch in anderen Zeichnungen von mir widerspiegelt.

Wie hast Du Dich der Gestaltung genähert? Welche formellen Zwänge und Traditionen gab es bei der Gestaltung zu berücksichtigen? Und wo siehst Du Dein Set selbst unter den Tarotkarten – was macht es besonders?

Bald stand für mich fest, dass ich mich in der Gestaltung auf die 22 Karten des großen Arkana beschränken möchte, die Bezeichnungen der Karten habe ich aus dem Marseiller Tarot übernommen, weil mir dieses Blatt nach eingehender Recherche gemessen an seiner Vollständigkeit am ursprünglichsten vorkam. Gleichzeitig erschien es mir reizvoll, etwa die alchimistischen Zuordnungen als zusätzliche Ebene zu berücksichtigen, wie sie besonders durch den Order of the Golden Dawn Eingang in das Tarot fanden. Schließlich war es durch meine christlich geprägte Sicht auch unumgänglich, Zusammenhänge zur Ikonographie des Christentums, wie etwa im Physiologus geschildert, zu übernehmen. Hinzu kamen außerdem intuitive persönliche Assoziationen und ironische Verweise, die manchmal unter den Karten aufblitzen. Diese Vielzahl an Quellen und Einflüssen, diese unorthodoxe Herangehensweise sind es, was einem allzu traditionellen Okkultisten die Karten suspekt erscheinen lassen mögen, und doch sind es gleichzeitig die Aspekte, die das Deck in meinen Augen auszeichnet.

In Deinen Arbeiten, nicht nur in diesem Set Tarotkarten, begegnet man häufig Tieren, mal verletzt oder tot, mal sehr lebendig und mal etwas fabelhaft vermenschlicht, mal wie Ikonen aufgezogen – vor allem jedoch vielen Tieren. Woher rührt dieses Thema?

Tarot KartenMein künstlerisches Interesse am Tier ist vor allem ein Interesse an der vollkommenen Unschuld was sich wiederum auf prägende Erlebnisse meiner Kindheit gründet. Dazu zählen meine katholische Erziehung, die Intensität des kindlichen Glaubens, der Fuchs, der in einem Märchenfilm vom Prinzen erschossen wurde, der Anblick von Christus am Kreuz, die eigene Traurigkeit an Karfreitagen, Mantegnas heiliger Sebastian, der mir schon damals erotisch vorkam. Mit fünfzehn fand ich einen toten Fuchs auf der Straße und sah das Motiv des Erlösertodes in ihm verwirklicht, das war sicher der entscheidendste Schlüsselmoment für mein Schaffen. Später wiederholte sich das Erlebnis mit meiner Katze, ich erinnere mich an das Gefühl ihres steifen Körpers. Ich kann die Frage nicht anders beantworten als anhand dieser Erlebnisse. In ihnen empfand ich vollkommene Nähe zu den Tieren und zu mir selbst, dabei denke ich an Nietzsche, als er dem Pferd in Turin um den Hals fiel, während er ihm „mein Bruder!“ zurief, kurz vor seiner geistigen Umnachtung. Die Konfrontation mit dem Leiden und das Mit-Leiden, der Wille zur Selbstaufgabe, der darin liegt, ist der einzige Aspekt, in dem ich mich jetzt noch als spirituell bezeichnen würde. Es ist seit meiner Kindheit dasselbe Gefühl geblieben, und ich erlebe diese Momente nicht nur in religiösen Darstellungen, sondern eben auch im Anblick von Tieren.

Hast Du andere Leidenschaften, die Dich ähnlich treiben wie Deine Zeichnungen? Gibt es Momente, in denen diese Passionen zusammenkommen, sich etwa in Deinen Werken reflektieren?

Ich sehe die Sprache als ein weiteres geeignetes Mittel, mich auszudrücken, und ich denke, in meiner Prosa lassen sich die Motive meiner Zeichnungen ebenfalls gut nachweisen. Die Photographie, bei der ich mit der Beschädigung von Filmen experimentiere, betrachte ich eher als eine Ergänzung zur Graphik. So widme ich mich im Moment einer photographischen Serie von Marienaltären, die meine Zeichnungen zur „weiblichen Hysterie“ als männliches Konstrukt widerspiegeln sollen. Dafür habe ich die Farbfilme in Urin und Menstruationsblut eingelegt; bei diesem Thema geht es um die Rolle Marias im Zwiespalt zwischen Fruchtbarkeitsgöttin und jungfräulichem Ideal, als Magd Gottes und als duldsame Dolorosa, also um die Passion der Frau selbst.

Wolfsbane and Asphodels bei Facebook

 

Sophia M.A. Eisenhut – Tarot – Vernissage mit Musik

Vernissage zur Ausstellung und Releaseparty am 23.05.2015 ab 19.00 Uhr + ab 21 Uhr live Sferics

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(((unterholz))), Arthur-Hoffmann-Str. 47, 04107 Leipzig.

Wenn zu Pfingsten die Tage in Leipzig wieder schwärzer werden, wird auch das (((unterholz))) okkult ausgeschmückt. Wir zeigen eine Werkschau der Leipziger Künstlerin Sophia M.A. Eisenhut. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf ihrem neuesten Bildkomplex „Tarot“ – das Projekt wird zeitgleich als auf dunkelgraues Reisstrohpapier gedrucktes Kartenset veröffentlicht. Superschick. Selten so ein Papier gesehen, noch seltener gefühlt.

Ab 21 Uhr live Sferics

Sferics ist das Ambient Solo-Projekt von Felix-Florian Tödtloff, sonst auch umtriebig in der gerade schwer hippen Black Metal Band Sun Worship –  auf diesen eigenen, einsamen Pfaden führt er uns aber eher in nebelverhangenes Morgengrauen als in einen stockfinsteren Wald voll schreiender Geister.
sferics.bandcamp.com

Das Tarotkarten-Set

Die 22 Karten des großen Arkana. Das Marseiller Tarot. Ursprünglich. Und doch auf ungesehene Art ganz neu belebt. Alchemistisch durchwirkt. Christlicher Ikonografie ein animalisches Zerrbild gezeichnet. Anima Animalis. Diese Karten sind Medium zu einem spirituellen Quell, älter als die Schrift, verdrängter, heimlicher, potenter. Dunkler. Die klare Vision der Künstlerin gebannt auf ein mit natürlichen Einschlüssen ruheloses, sich mit jeder einzelnen Karte neu definierendes Strohpapier. Erfassbar. Aber niemals ungefährlich.

limitiert auf 500 Sets
verlegt bei
a.verse
www.averse-publishing.com
13,00 Euro (inkl. gesetzl. MwSt)